Five questions with Michael Keller

Fünf Fragen an Michael Keller, Gründer von BLACKSPACE
Michael Keller ist Gründer und Inhaber der BLACKSPACE GmbH in München, einem unabhängigen Designunternehmen, das sich der Neuerfindung einzigartiger Markenerlebnisse verschrieben hat. Keller spricht regelmäßig über die Zukunft des Designs und hat mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit an Projekten mit Audi, O2, Lamborghini, Voestalpine und dem 7 World Trade Center gewonnen. Zuletzt organisierte die „Neue Sammlung“ (Das Internationale Design Museum) in München eine Ausstellung über Kellers Werk. Er sprach kürzlich mit der Berlin School of Creative Leadership darüber, was er bisher über Führung gelernt hat:
Kerstin: Sie sind bekannt für die Schaffung außergewöhnlicher Markenerlebnisse, wie etwa Audis „The Edge of Progress“. Was ist aus Ihrer Sicht am wichtigsten, um wirklich mit einer Marke in Kontakt zu treten?
Keller: Drei Faktoren: Mindset. Liebe. Bewegung. Das Erste, was man braucht, ist ein tiefes Verständnis einer Marke – ihre Stärken und Schwächen wirklich zu kennen. Zweitens ist eine Haltung der Liebe entscheidend für den Erfolg. Wenn man etwas Großartiges schaffen will, muss man seine Produkte, seine Kunden und sein Team lieben. Und schließlich, und das ist mir vielleicht am wichtigsten, muss man ständig in Bewegung sein. Versuchen Sie, Ihren Standpunkt so oft wie möglich zu wechseln, und seien Sie offen dafür, sich jeden Tag neu zu erfinden. Klingt nach einem harten Job, aber man kann sich tatsächlich an den Prozess gewöhnen – und daran, über das hinauszugehen, was von einem erwartet wird.
Kerstin: Wie erkennen Sie ein erfolgreiches Designkonzept?
Keller: Wenn alle Elemente eines Designkonzepts zu einem einzigartigen Erlebnis verschmelzen und man es mit nur einem Satz oder einem einzigen Bild beschreiben kann – das ist für mich die absolute Definition von erfolgreichem Design. Design ist nicht demokratisch. Es muss von jemandem gemacht werden, der sich Wissen, Mut und Ethik verpflichtet fühlt und das Team auf dieselbe Vision ausrichtet.
Kerstin: Glauben Sie, dass Design sein wahres Potenzial bereits ausgeschöpft hat? Oder würden Sie eher sagen, dass wir gerade erst in eine Welt eingetreten sind, in der Design eine viel bedeutendere Rolle spielen wird?
Keller: Ich glaube, wir stehen am Beginn einer kreativen Revolution. Der Vizepräsident der wertvollsten und begehrtesten Marke ist ein Kreativprofi: Jonathan Ive von Apple. Und das überrascht nicht. Das Überraschende ist, dass alle ihre Produkte kopieren, aber niemand ihre Unternehmensstruktur. Ein erfolgreiches Team wird von jemandem geleitet, der wie ein Virus agiert – Ideen einbringt und sie mit der realen Welt verbindet. Jemand, der die Fähigkeiten und das Wissen besitzt, wie große Ideen entstehen.
Kerstin: Kann Design die Welt verändern?
Keller: Design hat die Welt bereits verändert und wird das in Zukunft noch mehr tun. Design gibt dem, was wir täglich erleben, Form und Struktur. In den meisten Bereichen wird die Geschäftswelt von „Linksgehirn-Typen“ geleitet. Und das tun sie durch logisches Denken, Analysieren und Planen von Ressourcen, Prozessen und Menschen. Daran ist nichts falsch. Aber wir brauchen auch die „Rechtsgehirn-Typen“. Wir brauchen Menschen, die analog, emotional und sensibel denken. Nur wenn wir beide Teile in Balance bringen, können wir die Welt verändern.
Kerstin: Wenn Sie drei Trends im zukünftigen Design nennen müssten, was würden Sie sagen?
Keller: Erlebnis, Erlebnis, Erlebnis. Wir unterteilen Design nicht mehr in Kommunikation, Architektur, Produkt, Interior oder Hospitality. Jeden Tag entsteht ein neues Designfeld, und die Grenzen zwischen ihnen werden immer fließender. Das ist die Zukunft des Designs – und die Art und Weise, wie Marken Magie entstehen lassen.
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